Wie wollen wir in unserer Gesellschaft leben?

Neben unseren Grundlagen der UN-Menschenrechtskonvention, unserer EU-Charta und unserem Grundgesetz, gilt es diese beiden Fragen zu beantworten und mit Leben zu füllen und als Grundlage der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen zu machen! Es ist erfreulicherweise immer mehr konkreter Wunsch aus der Politik und Gesellschaft das wir unsere demokratischen Werte hoch halten. Wenn wir das ernst meinen, müssen wir so schnell wie möglich angepasste demokratische Strukturen auch in unsere Bildungseinrichtungen bringen!

Was sind unsere gelebten Werte und Qualitäten die uns ausmachen?

„Öffentliche Erziehung scheint mir ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit entfalten muss.“

Wilhelm von Humbolt

Damit die Bildung nicht weiter ein Spielball politischer Interessen bleibt, ist ein fester Anteil der Steuereinnahmen für die Bildung zu reservieren (z.B. 5 %).

Hier erste Inspirationen wie unser Bildungssystem kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden kann.

nationaler Bildungsrat (ähnlich der Kultusministerkonferenz)

Unter Führung des Bundesbildungsministeriums wird ein nationaler Bildungsrat gegründet.

Seine Aufgaben sind:

  • die Definition der Grundwerte unserer Bildung (wie z.B. demokratisch, selbstermächtigend, kritisch hinterfragen, kreativ, …)
  • Definition der Abschlussqualifikationen der jeweiligen Schulform in immer besserer Abstimmung innerhalb der EU
  • Definition der Grundsatzanforderungen für einen Hochschulzugang
  • Festlegung der jährlichen Studienplätze (je Fachgebiet)
  • Definition der grundsätzlichen Studienanforderungen und Abschlussvoraussetzungen gemeinsam auf europäischer Ebene

Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern der:

  • der Arbeitgeberverbände
  • der Studienräte
  • der Schulräte

nationaler Studienrat

Der Studienrat befasst sich mit allen Grundsatzfragen des Studiums und je Fachrichtung über einen fachspezifischen Studienrat mit der konkreten Ausgestaltung der Lehre in den jeweiligen Fachgebieten, sowie mit der Definition der Eingangsvoraussetzungen, -prüfungen (auch ganz unabhängig von einem Abitur!).

Der Studienrat setzt sich zusammen aus zu je einem Drittel aus Vertretern der:

  • zukünftigen Arbeitgeber (Wirtschaft, Industrie, Handel, Verwaltung, …)
  • wissenschaftlichen Hochschulmitarbeitern
  • Studentenvertretungen

nationaler Schulrat

Der nationale Schulrat befasst sich mit allen Grundsatzfragen der Schule, der konkreten Ausgestaltung der Lehre, sowie der konkreten Definition der Eingangsvoraussetzungen und Abschlussprüfungen.

Der Schulrat setzt sich zu jeweils einem Drittel zusammen aus Vertretern der:

  • Lehrervertretungen
  • Elternvertretungen
  • Schülervertretungen

Schule

wichtigste Reformnotwendigkeiten:

  • nur noch einen nationaler Bildungsrat – und somit einheitliche Grundlagen in ganz Deutschland (spart auch sehr viel Geld das direkt in die Schulen fließen kann – und viel Ärger auf Grund von länderspezifischen Eitelkeiten)
  • eine einheitliche Lernzieldefinition durch den nationalen Bildungsrat für den Abschluss der Grundschule, der Sekundarschule, Gymnasium (die Form der Zielerreichung wird jeder Schule freigestellt
  • Umwandlung der Schulpflicht in eine Bildungspflicht, wie z.B. in Österreich (zu erbringender Nachweis gemäß den allgemein definierten Abschlussvoraussetzungen)
  • jede Schule kann gemäß ihrem eigenen ermessen Lehrer einstellen, mit dem klaren Ziel das die Schüler verantwortlich über die Einstellungen (und Entlassungen) mit entscheiden können, ab der Sekundarstufe nach einem Übergangs-, Lernprozess sogar eigenverantwortlich
  • Lehrer und Schüler wählen ihren eigenen Schulleiter – aus ihren eigenen Reihen oder bei Bedarf als einen externen Bewerber
  • Lehrer können sich gemäß ihren persönlichen Wünschen an den Schulen ihrer Wahl bewerben
  • Bezahlung der Pädagogen deutlich fairer (für die Kommune kostenneutral) umgestalten – deutlich weniger Lohn für Gymnaisallehrer, dafür deutlich mehr Geld für Hauptschul- Sonderschul- und Grundschullehrer
  • Möglichkeit der Kommunen die Attraktivität ihrer Lehrerstellen zu erhöhen
  • Lehrerausbildung als Berufsakademiestudium – von Anfang Einbindung in die Praxis (zum Lernen aus der Praxis, zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit in den Schulen, zur Inspiration der Lehrer vor Ort mit frischen Ideen aus ihrem Studium und weitergehenden Erfahrungen wie z.B. Lernreisen) bei Entfall des extrem belastenden Referendariats
  • neben einer fachlichen Qualifikation Schulung der angehenden Lehrer insbesondere auch in Pädagogik, Beratung, Elternarbeit, Lernpsychologie, Bildungsforschung, Professionalität von Lehrkräften, Organisationsentwicklung, Schulleben, Teamarbeit & Führungskultur
  • alle Lehrer werden Mitarbeiter der jeweiligen Stadt bzw. Gemeinde
  • kleinere Klassengrößen
Wie kann ein neuer Lernort aussehen (der auch eine Schule sein kann)?
  • Schule als Initiativ- und Selbstbestimmungsfeld der Gesellschaft
  • frei von jeglichen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Interessen
  • gleichberechtigter Zugang
  • Menschen lernen von Menschen, Erwachsene können dabei genauso auch von Kindern lernen wie umgekehrt – also ein Bildungsangebot ohne zwingende Alterseingrenzung
  • Schule bietet ein gesellschaftlich anerkanntes Grundlagenangebot welches möglichst nah am täglichen Leben ist (also auch an Orte des täglichen Leben geht / stattfindet) wie:
    • Vermittlung von Grundwerten und Ordnungen innerhalb einer Gemeinschaft (Schule, Lebensort, Welt)
    • Vermittlung von Alltagsfähigkeiten
    • Entwicklung zu mündigen und bewussten Konsumenten
    • Lösungsfindung für die Herausforderungen des Lebens (Kommunikation, Ausbeutung von Menschen und Naturzerstörung, …)
    • Pläne und Projekte zur Erschaffung einer friedlichen, freudvollen eigenen Zukunft sowie einer nachhaltigen und schönen Mit-Welt
  • fachübergreifendes, ganzheitliches lernen um so die Zusammenhänge und die konkrete Bedeutung für einen selbst erfahren zu können
  • weitergehende Lernangebote entsprechend der Nachfrage – dem mögliche Angebot
  • Raum für Kreativität
  • Verzicht auf Noten (Marshall Rosenberg sagt, dass wenn Noten dann für Lehrer ob sie ihren Stoff gut vermittelt haben…) dafür möglichst viel Selbsteinschätzung (mit Unterstützung von Mitschülern und Lehrern) und als Ergebnis ein Bestanden oder Nichtbestanden

Möglich ist auch ein Lernen völlig unabhängig von einer Schule, also durch Selbststudium, lernen von und mit Freunden, Eltern, Verwandten und Bekannten, Firmen, Behörden, … Die die etwas anzubieten haben, bieten es an, und die die gern etwas lernen wollen fragen danach / bitten darum. In jedem Fall sollte das Ziel sein die Schulen von den umfangreichen Lernplänen zu entlasten und so mehr Freiraum für individuelle Gestaltung bekommen, die Schüler keinen unnötigen Stoff mehr in Prüfungen unter Beweis stellen müssen und somit wieder mit großer Freude in die Schule gehen und unsere Gesellschaft mündige, intelligente Mitbürger hat.

Bei allem Reformwillen gilt es immer wieder auch zu schauen, ob alle mitgenommen werden (können). Hier ein kritischer Report des SWR dazu: Die Krise selbstgesteuerten Lernens

Beutelsbacher Konsens als eine wichtige Grundlage des Lehrens!

I. Überwältigungsverbot.  

Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der “Gewinnung eines selbständigen Urteils” zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.

2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.

Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten. Zu fragen ist, ob der Lehrer nicht sogar eine Korrekturfunktion haben sollte, d. h. ob er nicht solche Standpunkte und Alternativen besonders herausarbeiten muss, die den Schülern (und anderen Teilnehmern politischer Bildungsveranstaltungen) von ihrer jeweiligen politischen und sozialen Herkunft her fremd sind.
Bei der Konstatierung dieses zweiten Grundprinzips wird deutlich, warum der persönliche Standpunkt des Lehrers, seine wissenschaftstheoretische Herkunft und seine politische Meinung verhältnismäßig uninteressant werden. Um ein bereits genanntes Beispiel erneut aufzugreifen: Sein Demokratieverständnis stellt kein Problem dar, denn auch dem entgegenstehende andere Ansichten kommen ja zum Zuge.

3. Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, 

sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen. Eine solche Zielsetzung schließt in sehr starkem Maße die Betonung operationaler Fähigkeiten ein, was eine logische Konsequenz aus den beiden vorgenannten Prinzipien ist. Der in diesem Zusammenhang gelegentlich – etwa gegen Herman Giesecke und Rolf Schmiederer – erhobene Vorwurf einer “Rückkehr zur Formalität”, um die eigenen Inhalte nicht korrigieren zu müssen, trifft insofern nicht, als es hier nicht um die Suche nach einem Maximal-, sondern nach einem Minimalkonsens geht.

Wissens-Durst und Verstehens-Hunger

Entdeckungs-Freude und Erlebnis-Lust

Spür-Sinn und Ehr-Furcht

Visions-Wille, Wage-Mut und Risiko-Bereitschaft

Unternehmens-Geist und Selbst-Wirksamkeit

Einmischungs-Kompetenz und Verständigungs-Suche

Wachsame Achtsamkeit und Verantwortungs-Gefühl

Civil-Courage

Lernziele für zukunftsfähiges Leben von Otto Herz

Studium

Um zu vermeiden das Akademiker in bestimmten Bereichen fehlen oder das am Bedarf vorbei Akademiker (teuer!) ausgebildet werden (und in Folge oftmals teuer wieder umgeschult werden müssen) muss national die jeweils erforderliche Anzahl an Studienplätzen für jeden Studienbereich festgelegt werden. Gleichzeitig müssen auch die Inhalte gemäß sich unserer immer wieder auch schnell ändernden Gesellschaft angepasst, auf den aktuellen Stand gebracht und eine gute Zukunft ausgerichtet werden. Dazu ist jährlich eine Bedarfsanalyse der jeweiligen Arbeitgeberverbände an den nationalen Bildungsrat vorzulegen. In diesem sind sowohl die Anzahl der benötigten zukünftigen Mitarbeiter als auch die notwendigen Qualifikationen beschrieben.

Hochschulen

Die Hochschulen müssen sich um die vom Bildungsrat festgelegten Studienplätze bewerben. Eine unabhängige Kommission (in der auch Studierendenvertreter mit eingebunden sind!) prüft die Vergabe von Studienplätzen an die verschiedenen Hochschulen. Somit kommt es zu einem gesunden Wettbewerb unter den Bildungseinrichtungen der einen hochwertige Bildung unserer Studenten viel besser gewährleistet.

Die Aufnahme für ein Studienfach erfolgt über eine dem Studienfach angepasste Prüfung. Gewisse Grundkenntnisse, die über entsprechende Bescheinigungen der jeweils geforderten Qualifikationen (wie z.B. Deutsch, Englisch, ….) belegt werden müssen, sind Grundlage für eine Prüfungsbewerbung. Eine der mögliche Nachweise der geforderten Grundkenntnisse kann dabei auch das Abitur sein (dieses selbst ist aber keine Grundvoraussetzung!)

Großer Vorteil dieser Lösung ist, dass sich unsere jungen Menschen ihren ganz eigenen Weg wählen und gehen können sich die notwendigen Grundlagen für ihren Studienwunsch zu schaffen! Dies ist schon ein erster wichtiger Ansatz für ein motiviertes, selbstbestimmtes Leben (und Studium!). Gleichzeitig wird über die Eingangsprüfung besser sichergestellt, dass nur in Studenten die es Wert sind, Zeit und Geld für ihre Ausbildung investiert wird und es in Folge auch weniger Studienabrüche gibt (aktuell 29 %).

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter werden von einem Hochschulrat eingestellt, der zur Hälfte aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und zur anderen Hälfte aus Studentenvertretern besteht. Dabei wird unterschieden zwischen Dozenten die ähnlich wie einem Klassenlehrer einen Studienjahrgang während seines Studiums begleiten und wichtige Grundlagen lehren und Fachkräften die je nach Bedarf benötigt werden. Eine formale Qualifikation wird dabei nicht vorausgesetzt. Der einstellende Hochschulrat überprüft jeweils die pädagogischen und fachliche Eignung der Bewerber und entscheidet auf dieser Grundlage. Auch alle Führungspositionen werden jeweils durch den Hochschulrat demokratisch beschlossen.

Finnland schafft die Schulfächer ab

Der Leiter des Bildungsdepartements in Helsinki, Marjo Kyllonen, hat erklärt, dass er glaubt, dass die Art und Weise, wie Kinder heute unterrichtet werden, auf einem Stil basiert, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Nutzen war, jetzt aber nicht mehr relevant und vorteilhaft ist für unsere modernisierte Art des Lernens. Er glaubt fest daran, dass sich unsere Bedürfnisse geändert haben und wir müssen unsere Lehren so anpassen, dass sie mit unserer neuen Denkweise und Entwicklung übereinstimmen. Die großen Veränderungen werden die Entfernung von Schulfächern vom Lehrplan nach sich ziehen, wie von finnischen Beamten vorgeschlagen, die durch das Studium einzelner Ereignisse und Phänomene ersetzt werden. Dieses neue System, das im Jahr 2020 beginnen soll, wird ab dem 16. Lebensjahr den Schülern vorgestellt. Das bedeutet, dass sie nach Abschluss ihrer ersten breiten Fächerstudien selbst entscheiden können, welches Ereignis oder Phänomen sie lernen möchten. Das alles basierend auf ihren Interessen und Zukunftsaussichten. Die Idee dahinter ist, die Trennung von Schülern zu vermeiden, die einzelne Klassen durchstehen müssen, die sie aufgrund ihrer zukünftigen Hoffnungen und Ambitionen für eine berufliche Zukunft nicht brauchen werden, sondern diese individuellen Themen auf ein bestimmtes Thema anwenden um dadurch immer noch die gleichen Fähigkeiten zu erlernen, aber sie auf eine produktivere Weise zu verwenden, die für ihr individuelles Lernen am vorteilhaftesten ist. Das finnische Bildungssystem fördert auch die kollektive Arbeit. Das bedeutet, dass die Schüler in kleinen Diskussionsgruppen zusammenarbeiten. Dieses neue System erfordert, dass alle Lehrkräfte an Bord sind und sich an das neue Unterrichtssystem anpassen können. Rund 70% der Lehrer in Helsinki haben bereits damit begonnen, sich auf den neuen Unterrichtsstil vorzubereiten und werden daher eine Lohnerhöhung erhalten. Als ein Bildungssystem, das als eines der besten der Welt gilt, ist dies ein drastischer Wandel in der Art und Weise, wie unsere Kinder gelehrt werden, in zukünftigen Generationen den Weg für andere Länder zu ebnen.

Enwicklung von open source auch in Richtung auf Open Science

Organisationen die sich für bessere Schulen einsetzen:
Deutsche Schulakademie
Der Deutsche Schulpreis
Kreidestaub

Sudburyschule
Sudbury.de
Sudbury-Valey-School

Beispiel einer Schülerfirma:
RuhrChemAlytic