Dämmen macht Sinn!

  • Gedämmte Wände ergeben höhere Wohlfühltemperaturen auf den Innenwänden, was wiederum einer Lebensqualitätssteigerung bewirkt.
  • Gedämmte Wände vermeiden die Schimmelbildung auf den kalten Innenwänden (die den Taupunkt für Luftfeuchtigkeit darstellen).
  • Sinnvoll gedämmte Wände sparen Heizenergie.

Über die Frage wie Dämmen lässt sich (noch!) streiten. Auch ist ein ganzheitlicher Ansatz von Dämmung und Gebäudetechnik, sowie deren Zusammenspiel zu beachten! Es gilt kontinuierlich an ganzheitlichen Konzepten zu arbeiten die kostengünstiges und ökologisches Wohlfühlwohnen ermöglicht! Ein definiertes Ziel kann z.B. für Neubauten die Festlegung der Erreichung von 18 °C Innenwand(wohlfühl)temperatur bei – 10 °C Außentemperatur sein – ohne eine Beschreibung wie dies zu erreichen ist und somit offen für viele verschiedene, auch neuartige Lösungen.

Hier ein Plädoyer für eine sinnvolle Energiewende im Bau.

Hier ein Best Practice Dokument der EU Kommision.

Hier ein Beispiel für eine gedämmte Recyling Fassade.

Neben den wohlfühl und ökologischen Aspekten gilt es auch den Brandschutz zu berücksichtigen. Hier wird hoffentlich bald ein EN Fassadenbrandtest helfen, da es viel sinniger ist ein komplettes System zu prüfen, als (nur) seine Einzelteile. Beispielsweise haben Rigipsplatten eine Verstärkung der Oberfläche durch brennbares Papier, und gleichzeitig werden sie (zu Recht) als Brandschutzplatten verwendet.

Konkret gilt es neue, bessere Regelungen zu finden, nachdem spätestens durch den Brand des Londoner Hochhauses die Problematik der brandgefährlichen mineralölbasierten Dämmstoffe eine breite Öffentlichkeit erreicht hat. Hier ein Zeitungsbericht aus dem UK und hier das statement der Britischen Fire Protection Association dazu. Aber auch die Alternative Mineralwolle ist nicht frei von ungelösten Problemen – siehe hier.

Vielleicht darf in dem Zusammenhang auch an den Düsseldorfer Flughafenbrand erinnert werden, wo die Polystyroldämmung, zunächst innerhalb der abgehängten Decke, gebrannt hat – und in Folge zu 17 Toten geführt hat! Hier eine Übersicht der seit 2001 begonnenen (unvollständigen) Sammlung von Fassadenbränden in Deutschland (auf Grund einer bis heute fehlenden detaillierten und einheitlichen Feuerwehreinsatzstatistik in Deutschland wird die Dunkelziffer noch deutlich höher sein und leider gibt es keinen Vergleich zu Fassadenbränden mit anderen Dämmstoffen!): Brandereignisse WDVS 02.2017  Falls weitere Brände bekannt sind, diese bitte bei der Feuerwehr Frankfurt melden! In der bisher geführten öffentlichen Diskussion ging es aber zumeist nur um die Gefahr bei Hochhäusern. Tatsache ist das Polystyroldämmungen bei allen Gebäuden ein Problem sein können (sofern sie nicht unterirdisch als Perimeterdämmung eingestetzt wurden). Hierzu auch ein aktueller Bericht der Wirtschaftswoche. Interessant der Brandtest der Welt der Wunder, der bei einem ordnungsgemäßen Polystyrol WDVS keine Brandausbreitung ergab. Frage hierbei ist, wer stellt sicher, dass die Polystyrol WDVS tatsächlich ordnungsgemäß eingebaut werden? Sobald die Fassade an nur einer kleine Stelle versagt, kommt es zu einem Fassadenabbrand.

Wichtig ist hier auch die Fachempfehlungen WDVS der deutschen Feuerwehrverbände vfdb, AGBF und DFV.

Wie auch immer, ist eine Formulierung in Anlehnung an Europäische Normen sinnvoll und notwendig (im Gegensatz zu den leider noch weiter genutzten alten nationalen)! Hier eine Zulassung von Dämmmaterial ausschließlich gemäß EN 13501-1 d0 ist (kein brennendes Abtropfen)! (Ausnahme für im Erdreich verbaute Perimeterdämmung)

notwendige Neubeschreibung in der MBO

§ 28 Außenwände (3) Oberflächen von Außenwänden sowie Außenwandbekleidungen müssen einschließlich der Dämmstoffe und Unterkonstruktionen schwerentflammbar sein EN 13501-1 A1 /A2-s1, d0 / B; C-s1, d0 / A2; B; C-s2, d0 / A2; B; C-s3,d0 oder E entsprechen. Unterkonstruktionen aus normalentflammbaren Baustoffen sind zulässig, wenn die Anforderungen nach Absatz 1 erfüllt sind. 2 Balkonbekleidungen, die über die erforderliche Umwehrungshöhe hinaus hochgeführt werden, und mehr als zwei Geschosseüberbrückende Solaranlagen an Außenwänden müssen schwerentflammbar (EN 13501-1 d0 Definition einfügen!) sein. Baustoffe, die schwerentflammbar sein müssen, in Bauteilen nach Satz 1 Halbsatz 1 und Satz 2 dürfen nicht brennend abfallen oder abtropfen. Baustoffe die Erdverkleidet (unterirdisch) verwendet werden haben keine Brandschutzanforderungen.

Wichtig ist dabei das wir im normalen Gebäudebau weiter Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen zulassen! Wichtig ist auch, dass nicht wieder versucht werden darf, Polystyrol mit Hilfe von giftigen Flammschutzmitteln oder unzureichenden Brandtest doch noch irgendwie zuzulassen!

In Deutschland gibt es offensichtlich eine erste Reaktion (Stand 28.06.2017) auf den Brand in London:

Wegen einer Fassadendämmung, die dem Londoner Grenfell Tower ähnelt, wird in Wuppertal ein Hochhaus evakuiert. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Zu der Entscheidung sei man nach dem verheerenden Londoner Hochhausbrand gelangt. Die Bewohner sollen in ihre Wohnungen zurückkehren können, sobald die Fassadendämmung entfernt ist. Einzelheiten wollte die Stadt am Nachmittag bekanntgeben. Nach dem Hochhausbrand in London mit mindestens 79 Toten habe man das Brandrisiko des Gebäudes in Wuppertal neu bewertet. Für die Betroffenen stünden Ersatzwohnungen bereit. dpa
https://web.de/magazine/panorama/wuppertaler-hochhaus-evakuiert-aehnlich-grenfell-tower-32399840

Bayrischer Innenminister will Dämmung überprüfen lassen

Neben der Brandgefahr von PS gibt es weitere Probleme des billigen Dämmstoffes:

  • ökologisch von den Rohstoffen bis zur Entsorgung sehr problematisch (Styrole, … , große Mengen an (Sonder-)Müll (mit Putz verklebter Dämmstoff, teilweise mit giftigen Zusätzen), …)
  • ab einer gewissen Dämmdicke verbraucht die Herstellung von PS, vom Rohöl an betrachtet, schon mehr Energie (inkl. entsprechender CO2 Emissionen) als durch die Dämmung an Energie und Treibhausgasemmissionen gespart wird
  • bauphysikalisch problematisch (Schimmelbildung!) falls die Innenwände nicht wasserdampfundurchlässig sind

Hier einige Hinweise über die Problematik von Polystyrol Fassdendämmungen:

 

Feuerfalle Styropor (2012)

Gedämmte Gefahr (hier wurde 2013 schon u.a. auf die Problematik in Großbritannien hingewiesen!)

Langsam dämmerts es den Dämmern

Die Dämmfalle – Warum ein ganzes Land seine Häuser in Sondermüll einpackt

Hier Filmbeiträge seit 2011, die leider nicht in allen Aussagen eine saubere fachliche Begründung haben:

2011

2012

2012

2013

 

2015

 

Styropor  brennt natürlich nicht nur an der Fassade:
(Erstaunliche Messergebnisse der Feuerwehr übrigens, dass keine giftigen Stoffe entstanden sind. Dies widerspricht der Chemie eines PS Brandes! Sonderbar also wie die Feuerwehr zu solchen Aussagen kommt!)

 

 

Hier Infos zur Problematik der Entsorgung von Polystyroldämmplatten: